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Briefe an die Zukunft

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Briefe an die Zukunft

Die Kornhausbibliotheken und das Stadtarchiv Bern sammeln während 100 Tagen Briefe, die erst im Jahr 2121 geöffnet und gelesen werden.

Beispielbrief

Die Kornhausbibliotheken sammeln zusammen mit dem Stadtarchiv Bern Ihre Briefe 100 Tage lang, vom 18. Oktober 2021 bis am 26. Januar 2022.

Sie schreiben an eine Person, die im Jahr 2121 Ihren Brief liest. Der Empfänger oder die Empfängerin, die heute noch nicht geboren sind, bestimmen Sie selbst. Damit bieten wir Ihnen die einmalige Gelegenheit, sich in einer Zukunft zu äussern, die wir alle nicht mehr erleben werden, für die wir aber heute Verantwortung tragen. Beteiligen auch Sie sich an dieser geheimnisvollen und wundersamen Zeitreise mit Ihren ganz persönlichen Worten.

Wer darf schreiben?

Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Bern sind eingeladen, einen persönlichen Brief zu schreiben und in einen der eigens dafür aufgestellten Briefkästen in den städtischen Kornhausbibliotheken, im Stadtarchiv oder im Erlacherhof einzuwerfen. Auch Gruppen jeder Art können sich beteiligen wie Kindergärten, Altersresidenzen, Kollektivunterkünfte von Geflüchteten, Sprachlerngruppen, Schulklassen, Hochschulgruppen oder Vereine.

Was könnte Menschen in 100 Jahren interessieren?

Denken Sie 100 Jahre zurück. Ist da nicht Vieles, das Sie Ihre Urgrosseltern oder Ururgrosseltern gerne gefragt hätten? Wie verlief ihr Leben, ihr Alltag, welcher Arbeit und Hobbys gingen sie nach, was waren ihre Hoffnungen, ihre Sorgen, nicht zuletzt für die Zukunft? Genau das und noch viel mehr können Sie ausgewählten Personen in einer fernen Zukunft mitteilen. Ihre Botschaft ist Ihr ganz persönliches Vermächtnis, sicher und dauerhaft aufbewahrt im Stadtarchiv. Ihr Brief wird erst in 100 Jahren von Menschen gelesen, die in einer Welt leben, die wir uns heute noch kaum vorstellen können.

Was Sie schreiben, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. Ihre Nachricht aus der Vergangenheit wird von künftigen Generationen auf jeden Fall mit grossem Interesse gelesen werden.

Wem soll ich schreiben?

Schreiben Sie Ihren engsten Angehörigen, Ihren Enkeln oder Urenkeln, oder benennen sie diese Person noch genauer, z.B. „an meinen jüngsten Nachkommen“. Oder schreiben Sie an eine Person in der Politik, in der Bildung oder einer Institution. Schreiben Sie Ihrem Verein, Ihrer Firma, den Bewohnerinnen oder dem Besitzer Ihres Hauses, einer Bundesrätin oder dem Gemeinderat, Mitschülerinnen oder Berufskollegen, dem Trainer ihres Fussballclubs oder auch nur ganz allgemein einer zukünftigen Öffentlichkeit.

Fantasie ist gefragt, damit in 100 Jahren Ihre persönliche Botschaft aus vergangenen Zeit verstand und mit Freude gelesen wird.

Inhalt und Form der Briefe

Wir empfehlen handgeschriebene Briefe mit Tinte oder Kugelschreiber auf hochwertigem Papier (bitte kein Recycling- oder Umweltschutzpapier verwenden). Briefe sind alterungsbeständig und haben sich seit vielen Jahrhunderten bewährt. Tintenstrahldrucker sind weniger geeignet als Laserdrucker oder Fotokopien.

Metallgegenstände können korrodieren, verwenden Sie also keine Büroklammern oder Bostich. Auch das Schicken von elektronischen Datenträgern macht keinen Sinn, weil diese nach 100 Jahren unlesbar sind.

Geben Sie auf dem Briefumschlag den möglichst eindeutigen Empfänger an und notieren Sie ausserdem den Absender. Bei Ihren Angaben ist es wichtig, dass Sie immer auch Ihr Geburtsjahr angeben. Dies hilft in der Zukunft eine Archivrecherche durchzuführen.

Der Briefumschlag sollte nicht größer als A5 sein und nicht dicker als 1 cm.

Werfen Sie Ihren Brief anschliessend in die eigens dafür aufgestellten Briefkästen ein. Bitte, beachten Sie, dass eine Zustellung Ihres Briefs per Post nicht möglich ist.

Was passiert mit den Briefen?

Alle eingegangenen Briefe werden streng vertraulich behandelt. Die Absender werden in einer Liste verzeichnet und anschliessend zusammen mit den ungeöffneten Briefen im Stadtarchiv archiviert. Nach Ablauf der 100 Jahre meldet das elektronische Archivinformationssystem, dass die archivierten Briefe geöffnet und dem Publikum zur Einsichtnahme zugänglich gemacht werden können.

Wie kann ich meine Botschaft an die Zukunft schon heute mitteilen?

Falls Sie uns gerne heute schon mitteilen möchten, was Sie Personen in 100 Jahren schreiben, dann posten Sie Ihren Brief unter dem #BriefeAnDieZukunft. Gerne publizieren wir ein Beispiel oder Textpassagen auf unsere Website als Inspiration für andere. Natürlich werden wir Sie vor einer Publikation benachrichtigen.

Wo kann ich mich informieren?

In den sozialen Medien finden Sie unter #BriefeAnDieZukunft weitere Ideen, Wünsche oder Briefe. Ebenso stehen Ihnen die Mitarbeitenden des Stadtarchivs und der Kornhausbibliotheken mit Rat und Tat zur Seite.

Wer ist der Autor des Projektes?

Die Idee zu diesem Projekt stammt von dem im Tessin lebenden Kulturwissenschaftler Johannes Rühl. Ein vergleichbares Projekt wurde im Jahr 2000 erstmals durchgeführt, zuletzt in Freiburg im Breisgau im Rahmen des 900-jährigen Stadtjubiläums.