Auf einen Blick
| Zeit |
Dienstag, 10. November 2026, 19:30-21:00 Uhr |
| Ort | Kornhausbibliothek |

«Eine violette Blume auf Madame Regameys Rücken.
Ein riesiger Totenkopf auf Fräulein Imholz’ linker Hinterbacke.
Ein kleiner Teufel auf Herrn Ferraris Schulterblatt.
Ein goldener Ring in Herrn Boillats Nase.
…Wir befinden uns in einem Schweizer Altersheim im Jahr 2063 nach Christi Geburt.»
Antoine Jaccoud und Alex Capus stellen Antoine Jaccouds neustes Werk «Bon mot» vor. Lesung auf Französisch und Deutsch.
Seine Auftritte mit «Bern ist überall» haben Antoine Jaccouds melancholisches Lächeln auch in der Deutschschweiz bekannt gemacht. Der hintergründige Schalk dieses Autors wirkt nicht nur auf der Bühne, er liegt auch in seinen Texten. Sie skandieren die schwedischen Namen der IKEA-Möbel, erzählen von DIPL. ING. FUST und Otto’s Warenposten und von all den Optionen, die uns beim Essen, in Kultur- und Sportangeboten und in Gesundheits- und Diätkuren angepriesen werden, als ob wir es nur noch mit nostalgischen Erinnerungen an längst vergangene Konsum-gewohnheiten zu tun hätten.
So laden sie uns statt in bitterer Anklage mit umwerfender Versöhnlichkeit ein, unsere Lebensweise zu verändern und dem Leiden von Mensch und Tier und der Zerstörung der Umwelt ebenso entgegenzutreten wie dem Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit. In Alex Capus hat Antoine Jaccoud einen Übersetzer gefunden, der mit seinem eigenen Humor die verfremdende Selbstironie dieser Texte auch auf Deutsch zu voller Wirkung bringt.
Antoine Jaccoud
Geboren 1957, lebt und arbeitet als freier Autor in der Romandie. Seine Theaterstücke wurden in Europa sowie Mexiko und Burkina Faso aufgeführt und von Radiotelevisione Svizzera und France Culture gesendet. Als Drehbuchautor hat er unter anderem mit Ursula Meier («Home», «Sister») und Bettina Oberli («The Wind is Turning») zusammengearbeitet und wurde für seine Arbeit mit dem «Prix d’honneur du cinéma suisse» ausgezeichnet. Jaccoud ist Mitglied des Spoken-Word-Ensembles «Bern ist überall». Auf Deutsch erschien 2022 «Der gefrorene Zulu im Diemtigtal» (Knapp Verlag).
Alex Capus
Geboren 1961 in der Normandie, lebt in Olten. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. Für sein literarisches Schaffen wurde er u.a. mit dem Solothurner Kunstpreis 2020 ausgezeichnet. Im August 2026 erscheint im Carl Hanser Verlag der Roman «Querfeldein».
Fotos © Mergime Nocaj & Emilien Itim
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