/ Agenda / Menschliche Hybris und Sehnsucht nach Unsterblichkeit – Eine theologische Annäherung an Mary Shelleys Frankenstein

Menschliche Hybris und Sehnsucht nach Unsterblichkeit – Eine theologische Annäherung an Mary Shelleys Frankenstein

Menschliche Hybris und Sehnsucht nach Unsterblichkeit – Eine theologische Annäherung an Mary Shelleys Frankenstein

Dunkle Nächte, verbotene Experimente und die Erschaffung eines Wesens, das seinem Schöpfer zum Verhängnis wird: Mary Shelleys «Frankenstein» or «The Modern Prometheus» (1818) zählt zu den berühmtesten Schauerromanen der Weltliteratur. Bis heute fasziniert der Roman durch seine existenziellen Fragen und seine bedrängende Aktualität.

An Allerseelen, dem Gedenktag der Verstorbenen, widmet sich dieser Abend einer der eindrücklichsten Erzählungen über die Überschreitung der Grenze zwischen Leben und Tod.

«I was benevolent and good; misery made me a fiend.»
Mit diesen Worten beschreibt Frankensteins Geschöpf seinen Weg vom unschuldigen Wesen zum Monstrum. Doch wer ist das wahre Ungeheuer – die Kreatur oder ihr Schöpfer? Hinter der düsteren Handlung verbirgt sich eine tiefgründige Auseinandersetzung mit menschlicher Hybris. Victor Frankenstein erschafft Leben, übernimmt jedoch keine Verantwortung für sein Werk. Der Roman stellt Fragen, die heute aktueller denn je sind: Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Machbarkeit? Darf der Mensch nach Unsterblichkeit streben? Was geschieht, wenn er göttliche Schöpfermacht an sich reisst? Und was macht letztlich den Menschen aus – Körper, Geist
oder Seele?  Im Spannungsfeld von Schauerliteratur, Theologie und Ethik begegnen sich die grossen Fragen menschlicher Existenz.

Programm:

Einführung in den Frankenstein-Stoff
Eine kurze Hinführung zu Entstehung, Wirkungsgeschichte und den zentralen Themen des Romans durch PD Dr. Zoe Lehmann Imfeld.

Szenische Lesung
Der Schauspieler Marc Clear liest ausgewählte Passagen aus Mary Shelleys Frankenstein in englischer Originalsprache und lässt die düstere Atmosphäre des Romans lebendig
werden.

Offene Diskussion
Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Zoë Lehmann Imfeld erschliesst die theologischen Tiefenschichten des Frankenstein-Stoffs und zeigt, weshalb die Fragen des Romans bis heute nichts von ihrer Brisanz
verloren haben.

Mitwirkende:

PD Dr. Zoë Lehmann Imfeld ist Privatdozentin für englische Literatur an der Universität Bern. Sie forscht zu viktorianischer Schauer und fantastischer Literatur sowie zu den Schnittstellen von Literatur und Theologie. Für ihre Dissertation über die Theologie der viktorianische Ghost Story wurde sie mit dem Marie Heim-Vögtlin-Preis des Schweizerischen Nationalfonds ausgezeichnet.

Marc Clear ist Schauspieler, Sänger und Regisseur mit langjähriger Bühnenerfahrung. Er verkörperte unter anderem die Titelrolle in «Jekyll & Hyde» sowie den geheimnisvollen Okkultisten Cagliostro in «Marie Antoinette». Mit seiner Erfahrung in der Darstellung von Figuren des Unheimlichen bringt er ideale Voraussetzungen mit, um Dr. Frankenstein und dessen Geschöpf zum Leben zu erwecken.

Moderation:

Mathias Arbogast, Theologe, führt durch den Abend und moderiert das Gespräch über die grossen Fragen, die Mary Shelleys «Frankenstein» aufwirft: Schöpfung und Verantwortung, Menschlichkeit und Monstrosität sowie Tod und die Sehnsucht nach Unsterblichkeit.

Im Anschluss an die Veranstaltung sind alle Gäste zu einem Apéro eingeladen.

Eine Kooperation der Katholischen Kirche Region Bern mit den Kornhausbibliotheken.

 

Auf einen Blick

Zeit

Montag, 02. November 2026, 19:00-21:30 Uhr

OrtKornhausbibliothek